Antrag
1.
Der Oberbürgermeister wird beauftragt, die Planungen zur
Realisierung der StadtRegionalBahn (SRB) zu beenden.
2.
Der Oberbürgermeister wird beauftragt, ein Konzept zu
entwickeln, den bestehenden ÖPNV zu optimieren und dabei folgende Maßnahmen zu
prüfen und gegebenenfalls zu berücksichtigen:
a.
Verbesserung des Linien- und Haltestellennetzes – auch durch
Neu- und Wiedereröffnung von Bahnhaltepunkten im Stadtgebiet
b.
Veränderung der Taktung
c.
Einsatz automatischer Fahrgastzählsysteme zur bedarfsgerechten
Ausrichtung des ÖPNV-Angebots
d.
Einsatz von Großraumbussen und Bussen, die die Mitnahme von
mehr Fahrrädern ermöglichen
e.
Entwicklung eines abgestimmten Land/Wasser-Verkehrssystems,
welches umwegfreie Direktlinien quer über die Förde anbietet und auf einer
abgestimmten Konzeption der Umsteigepunkte basiert
3.
Das Konzept sowie die entsprechenden Kostenkalkulationen sind
den beteiligten Gremien der Selbstverwaltung spätestens im September 2010 zur
Beratung und Beschlussfassung vorzulegen.
Begründung:
Wie aus der
Beantwortung der Kleinen Anfrage der FDP-Ratsfraktion „Gutachten- und
Personalkosten zur Vorbereitung der StadtRegionalBahn (SRB)“ (Drs. 0697/2009)
hervorgeht, sind – über die von der Verwaltung nicht bezifferten Personalkosten
hinausgehend – für Gutachten, Studien etc. bislang über 700.000 € von der
Landeshauptstadt Kiel ausgegeben worden.
Im Falle der immer
wahrscheinlicher werdenden Nicht-Realisierung der SRB sind diese Beträge im
ökonomischen Sinne den „sunk costs“ zuzurechnen. Um die Risiken weiterer
möglicher „sunk costs“ für die Stadt zu vermeiden, sind die Planungen zu
beenden, um weitere Kosten zu verhindern. Die negativen Erfahrungen mit den
Planungen zum Maritimen Science Center (MSC) sollten hier als warnendes
Beispiel dienen.
Anstatt das Projekt SRB, das inzwischen ein Investitionsvolumen von
400 Mio. Euro mit steigender Tendenz umfasst, weiter zu verfolgen, sollte das
Augenmerk im ÖPNV auf die inzwischen rekommunalisierte Kieler
Verkehrsgesellschaft gelenkt werden, um hier weitere Verbesserungen zur
Attraktivitätssteigerung zu ermöglichen und deren Marktposition zu stärken.
Den Erfordernissen des § 12 Abs. 8 der Geschäftsordnung der Kieler
Ratsversammlung wird im Übrigen dadurch Rechnung getragen, dass diesem Antrag
die folgenden neuen Gesichtspunkte zugrunde liegen:
-
Eine verbindlich zugesicherte Kofinanzierung der
SRB-Investitionskosten durch Bund und Land wird auch durch die angespannten
finanziellen Rahmenbedingungen im Zuge der Finanzkrise immer
unwahrscheinlicher.
-
Das Land hat vor kurzem eine finanzielle Beteiligung an
zwei weiteren Gutachten zur SRB abgelehnt.
-
Die Beteiligung der Nachbarkreise ist auch durch
uneinheitliche Beschlusslagen in den Ausschüssen diffus.
Weitere
Begründung erfolgt mündlich.
gez. Helmut Landsiedel f.
d. R. Peter Helm
Fraktionsvorsitzender Fraktionsgeschäftsführer
gez.
Christina Musculus-Stahnke
stv. Fraktionsvorsitzende